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Die im Westen der Stadt Straubing gelegene Ortschaft Kagers wurde seit jeher vom Hochwasser der Donau bedroht. Teilweise reichte das Wasser hinüber nach Frauenbrünnl und fast zum Spitalberg. Kagers war dann nur mehr mit Zillen zu erreichen, was den Schulkindern immer „Sonderferien“ bescherte. Die Jahre 1924, 1926 und 1936 ist da besonders in Erinnerung geblieben, denn in diesen Jahren ist die Donau mehrmals im Jahr über die Ufer getreten. Dies besserte sich dann mit dem Bau eines Dammes in den dreißiger Jahren.
Als Gründungsjahr der Feuerwehr gilt das Jahr 1875, obwohl bereits am 12. April 1874 sich elf Männer zu diesem Zwecke trafen. Zur Sicherstellung, der Aufforderung der Bayerischen Landesregierung von 1791 bei Bränden eine geschlossene Hilfe zu leisten, wurden vierzehn Männer gemeldet. Eigentlich wusste man zu gut um die Notwendigkeit, den es brannte 1863 ein großer Teil Kagers nieder. (vom heutigen Muck- Anwesen bis zum Loibl-Anwesen. )Die anfängliche Ausstattung bestand aus Lederkübel, Leitern und Einreißhacken. Dafür wurden eine Menge an Männer benötigt und so musste jeder Mann zur Feuerwehr beitreten. Zur Unterbringung der Gerätschaft wurde ein kleines Häusl gebaut, das übrigens noch heute in der Kagerser Hauptstraße steht. Hierin wurde auch die 1906 gekaufte Pumpe untergestellt. Diese Pumpe musste an den Pumpenhebeln von acht Mann betrieben werden. Sie kann heute im Museum in der Hauptfeuerwache besichtigt werden. Das Wasser wurde damals aus dem Bogner-Weiher – an der Nordwestseite der Kirche gelegen – entnommen. Der Kommandant war in diesen Jahren der Landwirtssohn Josef Hilmer, der 1909 nach Straubing zog. Es ist davon auszugehen, das der erste Weltkrieg die Mannschaft arg dezimierte. Im Jahre 1925 wurde von der Stadt Straubing die Wasserversorgung nach Kagers verlegt und damit wurde auch ein Hydrant aufgestellt der einen ersten Schritt zur modernen Brandbekämpfung darstellte. Das 50. Gründungsfest welches eigentlich 1925 fällig gewesen wäre wurde wegen finanzieller Probleme verschoben. Im nächsten Jahr herrschte ein furchtbares Hochwasser was die Verantwortlichen zwang, es wieder um ein Jahr zu verschieben. 1927 war es dann endlich soweit und es konnte am 12. Juni ein großes Fest gefeiert werden. Als Patenverein fungierte damals die Straubinger Feuerwehr die vom Pfarrplatz, festlich gekleidet mit Fahne und Trommlern begleitet, nach Kagers marschierten. Hierbei wurde auch eine Fahne geweiht. Gefeiert wurde damals im „Gasthaus zu schönen Aussicht“ welches mit einem vor gebautem Zelt vergrößert wurde. Von den Bewohnern Kagers waren die Häuser festlich geschmückt, was bei Durchmarsch einen schönen Anblick gab und allen Teilnehmern ein herzliches Willkommen zeigte. Einem Beitrag aus dem Straubinger Tagblatt ist zu entnehmen, dass das Fest ein voller Erfolg war. Nun kam die NS-Zeit und der zweite Weltkrieg. Hier wurden alle Männer zum Kampf an den Fronten eingezogen und dezimierte die Mannschaft der Feuerwehr beträchtlich. In den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges mussten, da im wahrsten Sinne des Wortes Not am Mann war, die Kagerser Mädchen in die Feuerwehruniformen schlüpfen.
Eine Feuertaufe blieb den couragierten jungen Damen jedoch erspart. In den 50igern Jahren erfolgte ein systematischer Neuaufbau.1954 zog die Feuerwehr in ein geräumiges Gebäude um, in das 1967 ein leistungsfähiger TS 8 - Anhänger gestellt wurde. Im zweijährigen Rhythmus wurden Leistungsprüfungen abgehalten und steigerten so den Einsatzwillen und das Wissen an den modernen Anforderungen. Auch dieses Gebäude steht heute noch, ist jedoch in privat Besitz. Bei einem Brand im Januar 1965 wurde das Fruhstorfer-Anwesen fast vollständig zerstört. Ebenso im April 1969 das Hartmannsgruber–Anwesen.  Auf das Dach der Scheune des Schreyer-Hofes wurde eine Sirene gebaut die von Hand ausgelöst werden musste.Die Gebietsreform brachte die Eingliederung der Gemeinde Kagers zur Stadt Straubing. Ebenso kam die Feuerwehr Kagers zur freiwilligen Feuerwehr Straubing und bekam dort die Bezeichnung „Löschzug Kagers“. Dies zeigt einerseits die Eigenstädigkeit, andererseits die Integration in die Stadtfeuerwehr mit dem höheren Ausbildungsstand. Dem jungen Stadtteil angemessen war die neue Zugwache, die anlässlich des Florianifestes im Mai 1977 eingeweiht wurde. Als Fahrzeug stand ein Löschgruppenfahrzeug LF8 und ein Schlauchanhänger sowie ein Ölschadenanhänger zur Verfügung. Das in die Jahre gekommene LF8 wurde 2007 gegen ein Tanklöschfahrzeug ausgetauscht welches sich bei dem Großbrand in Breitenfelden als die Scheune auf dem Bornschlegl-Anwesen nieder brannte bestens bewährte. Leider konnten damals Kälber und Kühe nicht mehr gerettet werden. Das in unmittelbarer Nähe stehende Wohnhaus wurde von dem Feuer nicht erfasst. Als Unterstützung des Löschzug Zentrum wird der Löschzug Kagers bei Bränden im Altstadtbereich eingesetzt.
Derzeit stehen dem Löschzug Kagers ein Tanklöschfahrzeug zur Verfügung.


Dem Löschzugführer Brandmeister Franz Prokupek und dem Stellvertreter Sebastian Rößner stehen zwei Dienstgrade und 15 Mannschaftsdienstgrade zur Verfügung.

Daten Löschzug Kagers

Der Löschzug Kagers wurde im Jahr 1972 im Zuge der Gebietsreform in die Feuerwehr Straubing integriert. Derzeit besteht der Löschzug aus 32 aktiven. Sein Einsatzgebiet dehnt sich auch auf Teile der Altstadt Straubings aus.

Die Zugwache befindet sich in der Helenastraße.

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